Am 18. Juli veranstaltete der Kreisverband Wiesbaden erneut ein Grillfest. Rund 90 Mitglieder und Interessenten kamen, teils mit Partnern. Obwohl aus Brandschutzgründen nicht gegrillt werden durfte, gab es ein großes Buffet mit Salaten, Würstchen und Getränken. Der anfängliche Sonnenschein wich zum Ende einem kleinen Regenschauer und damit einem willkommenen „Klimawandel“.
Schwerpunkt waren die zwei Vorträge der Landtagsabgeordneten Andreas Lobenstein und Andreas Lichert.
Andreas Lobenstein räumte in seinem Vortrag (Titel: Ist Bildung Glückssache?) ein, dass Bildungserfolg zwar unter anderem von Herkunft und sozialem Umfeld beeinflusst sei, stellte aber auch klar, dass die Bedeutung dieser Faktoren in der Debatte zumeist überbetont werden würde, wo hingegen der persönliche Einsatz viel zu wenig Aufmerksamkeit bekäme. Das Ziel vollständiger Chancengleichheit sei unrealistisch; stattdessen brauche es Chancengerechtigkeit, also die ungleiche Förderung je nach Bedarf. Er kritisierte folglich das sogenannte „Startchancen“-Programm von Bund und Ländern“, welches trotz Aufwendung massiver Ressourcen an dem Ziel einer Entkopplung der Schülerleistung von der sozialen Herkunft nur scheitern könne. Die Lösung für die Bildungsprobleme sei nach wie vor das gegliederte Schulsystem mit einem gut ausgebauten Förderzweig. Es folgte eine lebhafte Diskussion.
Andreas Lichert (Landessprecher und stellv. Fraktionsvorsitzender) thematisierte den einsetzenden politischen Klimawandel. Er verwies auf das gelungene Agenda-Setting konservativer Kräfte in der Vergangenheit und spannte sodann den Bogen zur aktuellen Migrationsdebatte und dem mittlerweile spürbaren Einfluss der Alternative für Deutschland auf die Regierungspolitik. Jedoch vollziehe sich der Wandel nur schrittweise, was vor allem an der bürgerlichen Zurückhaltung in politischen Fragen liege, der das gewohnt kompromisslose Auftreten linker Kreise gegenüberstehe. Dieses lasse sich vor allem dadurch erklären, dass die bürgerliche Seite oftmals aufgrund von erlernten Fertigkeiten und immanentem Leistungswillen in ähnlichen Lebenslagen mehr Alternativen habe, bzw. die Opportunitätskosten politischer Betätigung größer seien. In der Regel können Bürgerliche als auch ihre Familien von ihrer eigene Hände Arbeit leben und wollten vom Staat nur in Ruhe gelassen werden, während Linke nicht selten für ihr Lebensglück auf den Staat setzen würden. Die linke Hegemonie im politisch-medialen Raum und der staatlich alimentierten Zivilgesellschaft sei auch dem jahrzehntelangen Marsch durch die Institutionen zu verdanken. Für eine bürgerliche Rückeroberung der Institutionen fehle schlicht die Zeit und die normative Kraft des Faktischen werde schon sehr bald die politische Wende erzwingen.“
